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Burda Akademie zum dritten Jahrtausend
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Workshop
Ein Netz für Alle: Chance oder Zumutung ?

Leitung: Dr. Hermann Rampacher
AG Nachhaltigkeit des Forums Informationsgesellschaft
Ahrstr. 45
53175 Bonn
E-mail: cr@areadvd.de

Moderation: Dietrich Sperling
Virchovstr. 22, 14482 Potsdam
Tel: 0331-7408830
Fax: 0331-7408831
E-mail: sperling@gmx.at

Die weltweite Einführung der modernen Informationstechnologien eröffnet ungeahnte neue Perspektiven. Doch die Vorteile des weltumspannenden Netzes können nur realisiert werden, wenn alle Menschen gleichermaßen einen Zugang finden. Dies ist derzeit nicht der Fall und es entsteht ein Digital Divide, eine digitale Spaltung in der Gesellschaft in diejenigen, die das Internet und damit eine unglaubliche Fülle von Informationen nutzen können und in diejenigen, die außen vor bleiben.

Die digitale Spaltung hat eine weltweite Dimension. In Entwicklungsländern ist ohnehin der Großteil der Bevölkerung ausgeschlossen, doch in manchen osteuropäischen Staaten sind die Möglichkeiten, das Internet zu nutzen, fast ebenso schlecht. Es fehlt an Geld und auch an Wissen. Doch selbst in einem der reichsten Länder, in Deutschland, sind nur etwa 40% der Bevölkerung privat online. Frauen, Senioren, Arbeiter sind ebenso unterrepräsentiert wie Behinderte oder ausländische Jugendliche. Geld wäre doch vorhanden - fehlt es uns an der Medienkompetenz oder wollen die Menschen einfach nicht "online" gehen?

Was motiviert zur Internetnutzung, warum bleiben Menschen bei ihrer Ablehnung oder verlassen nach kurzer Nutzung das Netz der Netze? Eine falsche Kommunikation des Internets, die das Entstehen einer "Internet - nein danke Kultur" nicht verhindert, könnte fatale Auswirkungen haben. Engagierte Internetkritiker verweisen bereits heute auf die "Sollbruchstellen": teure Leitungen und Technik, wenig standardisierte Hardware, umweltunfreundliche Entsorgung, fehlende Medienausbildung und Inhalte für eine Vielzahl von sozialen Gruppen. Der Workshop soll die Kritikpunkte aufzeigen und anhand von Best Practice Beispielen die Vorteile des Netzes veranschaulichen.

1. Untergräbt das Internet nationale Steuerungsmöglichkeiten?
Die neuen Medien im Spannungsfeld von Globalisierung und Nachhaltigkeit

Dr. Thomas Schauer
Forschungsinstitut für
Anwendungsortientierte Wissensverarbeitung - FAW Ulm
78078 Niedereschach

Kurzinfo:
Die Entwicklung der Informationstechnologien und die wirtschaftliche Globalisierung sind untrennbar miteinander verbunden. Obwohl eine globalisierte Weltwirtschaft viele Vorteile bringen kann, fühlen sich viele Bürger durch die Entwicklung bedroht. Nationale Standards können durch das Internet unterlaufen werden. Dies betrifft sowohl ethische Normen als auch nationale Gesetze. Der Zigarettenhandel, von Steuerparadiesen aus organisiert, und der Medikamentenhandel über das Internet sind Beispiele dafür, wie die neuen Medien nationale Standards unterminieren. Auch die Umwelt könnte wieder einmal das Nachsehen haben. Das Internet führt indirekt über die Veränderung der Lebensstile zu einem erhöhten Ressourcenverbrauch, der eine nachhaltige Entwicklung konterkariert. Wir kommunizieren und kooperieren immer mehr mit Menschen in entfernten Regionen - und wir reisen auch dorthin. Videokonferenzen konnten sich nicht als Ersatz für Geschäftsreisen durchsetzen. Das papierlose Büro, technologisch heute eine Möglichkeit, liegt praktisch in weiter Ferne. Der Papierverbrauch steigt unaufhaltsam. Die neuen Technologien führen unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen nicht zu einer umweltfreundlichen, nachhaltigen Entwicklung. Deshalb stellt die Entwicklung neuer Regelwerke auf weltweiter Ebene eine zentrale Herausforderung für das 21. Jahrhundert dar.

Internetadresse: www.global-society-dialogue.org

2. Kostenlose Software als Einstiegshilfe ins Medienzeitalter - Linux und StarOffice als Alternativen bei der Schließung der Digital Divide
Armin Hohl
Sun Microsystems AG
Javastrasse 2
Hegnau
CH-8604 Volketswil
Schweiz
Telefon: +41 1 908 94 67
E-mail: armin.hohl@swiss.sun.com

Kurzinfo:
Bisher ist Linux mehr im professionellen Bereich vertreten, vor allem als Server-Betriebssystem oder als Plattform für Software-Entwickler.
Doch Linux baut seine Stärken auch im Arbeitsplatzbereich aus. Durch die Einführung benutzerfreundlicher Oberflächen und graphischer Werkzeuge für die Administration des Systems wird Linux für weniger versierte Anwender zu einer interessanten Alternative zu Microsoft Windows. Entscheidender Aspekt: Der Benutzer muss für sein Betriebssystem und für die meisten seiner Anwendungsprogramme keinerlei Lizenzgebühren entrichten.
In Verbindung mit Linux kommt dem kostenfreien Office-Produkt StarOffice eine besondere Bedeutung zu. Sun Microsystems bietet mit StarOffice eine komplett abgerundete Office-Suite, die alle Anwendungen umfasst, die für den reinen Bürobetrieb benötigt werden. Durch umfangreiche Import- und Export-Filter wird eine weitgehende Kompatibilität zu anderen Dateiformaten wie z.B denen von MS Office erreicht.
Da sowohl Linux als auch StarOffice als kostenlose Produkte erhältlich sind, bilden sie gemeinsam eine durchaus geeignete Lösung, um zum Abbau der digitalen Spaltung beizutragen. Plattformunabhängigkeit und Open-Source-Eigenschaften sowie die Netzwerk- und Internet-Fähigkeiten, die diese Produkte beinhalten, ermöglichen den Aufbau von Know-How und das Reduzieren des Digital Divide.

3. Das Internetangebot der Bahn als Beispiel für die Chancen im Servicebereich
Reinhold Pohl
Deutsche Bahn AG
Leiter
e-Commerce Personenverkehr - (MEP)
Frankenallee 2-4
60326 Frankfurt am Main
Tel: 069 - 265 40901
Fax: 069/ 265 40930
E-mail: reinhold.pohl@bku.db.de

Kurzinfo:
Bei der Bahn gibt es im Internet jede Menge von nützlichen Funktionen und Services. Die Website ist konsequent auf die Nutzer ausgerichtet und nicht auf die Unternehmensdarstellung. Die Information steht im Vordergrund. Von der Reiseauskunft mit einem Qualitätsstandard wie sie weder anderswo im Internet oder in der realen Welt zu finden ist, über aktuellste Informationen zu den Angeboten und Services der Bahn bis hin zu aktuellen Zukunftsthemen wie dem neuen Preissystem. Die bequeme Bestellung von Fahrkarten und Sitzplatzreservierungen gibt es teilweise zu erheblich günstigeren Preisen bei dem Angebot Surf & Rail. Darüber hinaus kann man neu alles rund um das Thema Reisen wie Hotels, Mietwagen, Events, Flüge und Pauschalreisen bei der Bahn online buchen. Die Sicherheit der persönlichen Daten und der Kreditkartenzahlungen entspricht den neuesten Standards und gesetzlichen Vorgaben.
Das Internet ist auch bei der Bahn das einfachste und bequemste Medium um mit der Bahn in Kontakt zu treten. Unsere Mitarbeiter im Servicecenter freuen sich über jede Anregung und Rückfrage, schalten bei Bedarf die richtigen Fachleute ein und kümmern sich um eine zeitnahe Beantwortung. Fertig sind wir nie, nächste Schritte zum Vorteil unserer Kunden sind vorgesehen.

Internetadresse: www.bahn.de

4. Projekt:"Handicap im Internet" - Das Internet als Integrationschance für Behinderte
Ludwig Lübbers
Legdenweg 54
48161 Münster
Tel: 0251 - 867888
E-mail: info@handicapped.org

Kurzinfo:
Service durch Information anbieten, Kommunikation fördern, Integration möglich machen, Hilfe zur Selbsthilfe geben: Diese Ziele verfolgt Handicap im Internet (kurz: HI). Das Projekt versteht sich als Berührungspunkt zwischen Menschen mit und ohne Behinderung.

Hilfe suchen, Hilfe anbieten:
Der Hilfemarkt ist das zentrale Element des HI-Projekts und eine Art elektronische Börse, durch die Kontakte vermittelt und Dienstleistungen nachgefragt oder angeboten werden. Im Vordergrund steht, Leute mit und ohne Handicap einander näher zu bringen - zum beidseitigen Vorteil, denn aus dem Hilfemarkt läßt sich menschlicher und ökonomischer Nutzen ziehen.

Hilfe ganz konkret in Anspruch nehmen:
Unsere Experten geben ihr Wissen über unterschiedliche Themen weiter; ob Schule oder Ausbildung, Hochschule oder Beruf, Alltag oder Freizeit. Die Nutzer profitieren außerdem von den Erfahrungen der HI-Nutzer selbst, die ihre Tips und Tricks bei HI einbringen können; beispielsweise zum Thema "Führerschein mit Handicap" oder "Wie stelle ich erfolgreich Anträge?". HI gibt lokale Informationen, nennt Adressen ausgewählter Ansprechpartner und hilft bei der Wohnungssuche. Darüber hinaus können Broschüren, Antragsformulare, Formatvorlagen oder Beispielanträge heruntergeladen werden.

Internetadresse: www.handicapped.org

5. Internet für Alle im ländlichen Raum
Uwe Wienholz
Wienholz Consult
Thomas-Mann-Str. 21
74321 Bietigheim-Bissingen
Tel.: 07142-41818 / Mobil: 0171-3307991
Fax: 07142-41816
E-Mail: wiecon@gmx.de

Kurzinfo:
Die Informations- und Wissensgesellschaft als Folge der weltweiten und umfassenden Durchsetzung der IT- und Medientechnologien bietet dem ländlichen Raum eine neue Entwicklungschance. Es ist fast schizophren, daß die neue Entwicklungschance gerade von den Menschen im ländlichen Raum einschließlich der politisch Verantwortlichen zu wenig erkannt wird und die neuen Möglichkeiten nicht oder nur zu wenig umgesetzt werden. Diese neuen Technologien bieten überwiegend auf der Basis der Qualifikation und Kompetenzentwicklung der Bürger die Chance standortunabhängig Arbeitsplätze zu entwickeln und einzurichten. Davon müssen die Menschen im ländlichen Raum aber überzeugt werden, dazu müssen sie motiviert werden und dafür müssen auch die strukturellen, technischen und inhaltlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Das Projekt "Internet für Alle" im ländlichen Raum unter besonderer Berücksichtigung von benachteiligten Menschen entwickelt in 13 Arbeitsamtsbezirken modellhaft sogenannte Regionalkonzepte in einer Verbindung von stationärer und mobiler Bildungsarbeit unter voller Berücksichtigung vorhandener Strukturen und Bildungsangebote. Diese Teilergebnisse werden generalisiert und zu einem Gesamtkonzept verbunden, das als Basis für zukünftige bildungs-, arbeitsmarkt- und strukturpolitische Entscheidungen dienen kann. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des BMBF und der BA.

6. Internet-Initiative der Aktion Mensch:
Einfach für @lle
Oder
Nicht nur für rotgepunktete Krawatten

Iris Cornelssen
Aktion Mensch
Holbeinstr. 15
53175 Bonn
Tel.: 0228-2092-120
E-mail: iris.cornelssen@aktion-mensch.de

Kurzinfo:
Kein Ladeninhaber hängt an seine Tür das Schild "Zutritt nur für Kunden mit rotgepunkteten Krawatten". Im Internet dagegen passiert das täglich. "Mindestauflösung 1024/768" oder "best viewed with internet explorer 5.5". Aufgehende Fenster teilen dem User mit, welche Standards er erfüllen muß, um das Internet-Angebot vollständig nutzen zu können. Aber manche User haben keine rotgepunktete Krawatte.

Statistisch gesehen sind Menschen mit Behinderungen überdurchschnittlich häufig im Netz. Dennoch können Sie zahlreiche Angebote nicht nutzen. Zu wenig ist bekannt über die Erfordernisse behinderter Nutzer: daß blinden und sehbehinderten Nutzern die Bits und Bites auf einer Braille-Zeile ausgegeben oder über eine Sprachausgabe vorgelesen werden; körper- oder geistig behinderte User eine klare Navigation und, - wegen ungenauer Mausführung - möglichst große Buttons brauchen. Die betreffenden Programmierer und Designer wissen in der Regel gar nicht, daß sie rund 20 Prozent der potentiellen Nutzer ihrer Internetseiten den Zutritt verwehren.

Deshalb startete Aktion Mensch "Einfach für @lle". Mit zehn Regeln zum barrierefreien web-Design werden Anbieter von web-Seiten, Designer und Programmierer angesprochen, die Erfordernisse der User zu berücksichtigen. Denn barrierefreies Internet garantiert Zugänglichkeit für alle User- egal ob mit oder ohne Behinderung.

Internetadresse: www.einfach-fuer-alle.de


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